Dr.
Friedrich Gustav Piffl

Erzbischof der Erzdiözese Wien

* 1864    † 1932

 

Lebenslauf

Friedrich Gustav Piffl erblickte als jüngstes von sieben Kindern des Buchhändlers Rudolf Piffl und dessen Ehefrau Maria Magdalena geb. Piro, am 14. Oktober 1864 in Landskron, Österreich-Ungarn, das Licht der Welt. Er absolvierte 1882 das Gymnasium in seiner Geburtsstadt. Neben dem Gymnasium bestritt er auch erfolgreich eine Lehrer zum Buchbinder. Sein Vater war auch Buchbindermeister.

Chorherrenstift Klosterneuburg, Priesterweihe, Theologie-Studium, Propst

Zunächst war er ein Jahr als Freiwilliger beim Militär, trat aber gleich darauf in das Chorherrenstift Klosterneuburg ein, wo er 1888 zum Priester geweiht wurde. Er nahm den Ordensnamen Friedrich an. 1887 legte er die feierliche Profeß ab. Er studierte an der Philosophisch-Theologischen Hauslehranstalt Theologie. Nach Abschluss des Studiums wurde er am 8. Jänner 1888 zum Priester geweiht.

Im Jahre 1892 wurde er Professor für Moraltheologie und Soziologie. 1906 erlangte er den Status des Kanzleidirektors des Stiftes Klosterneuburg. Schließlich wurde er 1907 einstimmig zum Propst gewählt.

Fürsterzbischof von Wien, Kardinal, apostolischer Administrator des Burgenlandes

Mit Thronfolger Franz Ferdinand hatte Piffl einen gewichtigen Fürsprecher in der Nähe des Kaisers. Franz Joseph ernannte ihn schließlich am 1. April 1913 zum Fürsterzbischof von Wien.
Etwa ein Jahr später wurde ihm die Kardinalswürde überantwortet. 1915 wurde er zum Präsidenten des katholischen Volksbundes für Österreich gewählt.

Er sprach sich gegen eine Abdankung Kaiser Karls aus. Doch nach dem Zusammenbruch der Monarchie 1918 rief er zur Loyalität gegenüber der Republik auf, was ihn für die Monarchisten als Verräter erscheinen ließ. Erlegte auch sofort seinen Fürstentitel zurück. Als das Burgenland an Österreich angegliedert wurde, ernannte ihn das neue Bundesland am 18. Mai 1922 zum Apostolischen Administrators dieses neuen Teils von Österreich.

Unterstützer des parteipolitischen Katholizismus, Caritashilfe, katholische Aktion

Piffl kann als führende Gestalt des österreichischen Episkopats in der demokratischen Ära der Ersten Republik bezeichnet werden. Er galt auch als Unterstützer des parteipolitischen Katholizismus, also der christlich-sozialen Partei und als Vertrauter des Bundeskanzlers Ignaz Seipel.

Er setzte sich in der Zwischenkriegszeit vor allem für den Aufbau der Caritashilfe und der Förderung der "Katholischen Aktion" ein. Auch die Gründung des international renommierten Österreichischen Seelsorgeinstitut fiel in seine Amtszeit. Dieses Institut besteht bis heute und heißt nunmehr Österreichisches Pastoralinstitut.

plötzlicher und unerwarteter Tod

Schon im Jahre 1930 erlitt Erzbischof Friedrich Gustav Piffl einen Schlaganfall. Sein Tod am 21. April 1932 kam dann sehr plötzlich und unerwartet.

Straßenbenennung

1946 wurde die Kardinal-Piffl-Gasse in Wien-Hietzing nach ihm benannt.

Denkmal

Denkmal für Kardinal Piffl in der Pfeilgasse 4–6 im 8. Wiener Gemeindebezirk

Weblinks

Wir erinnern uns

Sie sind eingeladen, Ihre persönliche Erinnerung an
Dr. Friedrich Gustav Piffl nieder zu schreiben.

Erinnerung schreiben

Einladung versenden


Porträt teilen